Das Zierfischverzeichnis
 
Forum | Galerie | Linkdatenbank | Presse | Ihre Meinung | Impressum | Sitemap

Goldfisch / Silberkarausche / Moorkarpfen / Giebel / King-Yo

Carassius auratus, Lineaus, 1758


Synonyme: Carassius carassius auratus (Linnaeus, 1758);
Cyprinus auratus Linnaeus, 1758;
Carassius auratus (Linnaeus, 1758);
Cyprinus mauritianus Bennett, 1832;
Cyprinus thoracatus Valenciennes, 1842;
Carassius gibelioides (non Cantor, 1842);
Carassius encobia Bonaparte, 1845;
Leuciscus auratus Mauduyt, 1849-51;
Carassius chinensis Gronow, 1854;
Cyprinus maillardi Guichenot, 1863;
Carassius auratus cantonensis Tchang, 1933

Stamm: Chordatiere (Chordata)
Klasse: Fische (Pisces)
Ordnung: Karpfenähnliche (Cypriniformes)
Unterordnung: --
Familie: Karpfenartige (Cyprinidae)
Unterfamilie: Kärpflinge (Cyprininae)
Größe: bis 35 cm
Erreichbares Alter: ca. 30 Jahre *
Geschlechts-
unterschied:
sehr schwer zu erkennen; m mit eingebuchteter Afteröffnung, zur Laichzeit mit Laichausschlag; W ausgebuchtete Afteröffnung, etwas fülliger
Ersteinführung Unbekannt
Futter: Allesfresser, pflanzliche Nahrung sollte nicht fehlen
Aquarium: min. 100 cm (ca. 200 l)
Beckenbereich: alle nach Belieben;)
Sozialverhalten: Gruppenhaltung (ca. 3 - 6 Tiere)
Nachzucht: Haftlaicher
Bemerkung: Älteste Zierfischart! Wildform Laut den "Heidelberger Beschlüssen zum Tierschutz im Zoofachandel" für Aquarien nur bedingt geeignet.
China
Herkunft: Ursprünglich China, heute weltweit verbreitet
Biotop: verkrautete Gewässer
Temperaturen: 4 - 30°C
pH-Wert: 6,5 - 8,5
Gesamthärte: < 30 (nicht zu weich)
Karbonathärte: --

Durchschnittliche Preise im Handel:
Preise im Ø von 0,50 € bis 6,40 € (bei 54 Einzelpreisen)*
(Zuchtform und Größe können sich auf den Preis auswirken, diese Angaben dienen nur als grobe Orientierung! In Einzelfällen (Wildfänge, bes. Zuchtformen etc.) können die Preise auch deutlich anders liegen!)

Karausche Der Goldfisch Carassius auratus auratus ist eine Zuchtform der asiatischen Silberkarausche Carassius auratus, ein naher Verwandter der europäischen Gewöhnlichen Karausche Carassius carassius. Lange als eine Unterart der Silberkarausche wurde der weit nach Westen vordringende Giebel angesehen, der seit kurzer Zeit aber wieder als eigene Art Carassius gibelio betrachtet wird. Fälschlich wird er bisweilen als Vorfahre des Goldfisches genannt.

Rotgoldene Mutationen der Silberkarausche galten im alten China als heilige Tiere und waren die Ausgangstiere für die Goldfischzucht. Nach alten Überlieferungen gibt es seit ca. 2400 Jahren Goldfische, dies werden aber Beobachtungen wilder goldfarbiger Mutationen sein; keine Haltung oder gar Zucht. Historisch gesichert ist die gezielte Haltung von Goldfischen seit dem 10. Jahrhundert n. Chr. in sogenannten "Gnadenteichen" (ponds of mercy); später überführte man sie dann in Teiche, die aus Gründen der Gefälligkeit und des Zeitvertreibs angelegt wurden.

Die Goldfischhaltung als "Hobby" war anfangs ein Privileg des Hochadels, doch seit dem späten 13. Jahrhundert wurde sie in China allgemein üblich; während der Ming-Dynastie gab es wohl in fast jedem Haushalt Goldfische.

Goldfische waren nach ihrer Einfuhr nach Europa im 17. und 18. Jahrhundert die ersten Zierfische, die die Salons der reichen und vornehmen Leute schmückten. Während heimische Fische als Zierfische ein Schattendasein fristeten, wurden Goldfische erst Ende des 19. Jahrhunderts von Makropoden und nordamerikanischen Sonnenbarschen langsam abgelöst, bevor dann nach dem Zweiten Weltkrieg die vielen tropischen Zierfische zum aquaristischen Standard wurden.

Außer den verschiedenen Farbrichtungen (Goldfische sind wahrlich nicht immer goldfarben, wie z. B. die beliebten Shubunkins zeigen) haben Chinesen, Koreaner und Japaner auch teilweise grotesk anzusehende Körperformen gezüchtet, die in Europa (insbes. Deutschland) z. T. sehr umstritten sind. (§11b Tierschutzgesetz!)

Übliche Zuchtformen außer dem Normalen Goldfisch sind Shubunkins, Kometenschweife und verschiedene "Schleierschwänze", letztere oft mit Teleskopaugen (z. B. Zuchtform des Black Moor) oder Kopfaufwüchsen (z. B. die Zuchtformen Oranda, Ranchu und Chinesischer Löwenköpf). Pandas, Nymphen, Perlschupper, Himmelsgucker, Blasenaugen; die Liste der verschiedenen Varietäten ist lang, sehr lang ...

Goldfische sind in der Normalform wenig anspruchsvolle Zierfische (die Hochzuchtformen sind teilweise empfindlich und gehören nur in kundige und erfahrene Hände!), ein wesentliches Grundbedürfnis ist allerdings ausreichend Platz! Gerade dieses Bedürfnis wird leider allzu oft nicht erfüllt. Für Goldfische sind richtige und große Aquarien unentbehrlich; Becken mit 100 cm Kantenlänge (mind. 200 Liter) sind die unterste Grenze für bis zu fünf Jungtiere oder drei mittelgroße Fische. Goldfischkugeln, Vasen u. ä. sind Quälerei.

Sehr wohl fühlen sich Goldfische auch im Teich, die gestreckten Formen (Normale Goldfische, Shubunkins, Wakins usw.) lassen sich dort auch überwintern. Mindestgröße für einen Goldfischteich sind 2.000 Liter Inhalt und eine tiefste Stelle von mind. 1 m. Im Teich vermehren sich Goldfische oft stark. Während die Nachzucht im Aquarium etwas knifflig ist (Goldfische sind Laichräuber, und die Jungbrut benötigt ausreichend geeignetes Futter), ist sie im Teich meist problemlos und gelingt ohne Zutun des Pflegers; oft gibt es sogar Übervölkerungsprobleme im Teich.

Schleierschwanz Hinsichtlich des Futters sind Goldfische vergleichsweise problemlos: die Allesfresser akzeptieren fast jedes Fischfutter; hochwertig sollte es dennoch sein! Pflanzliche Kost und Frost- oder Lebendfutter sollten nicht fehlen. "Schleierschwänze" und andere gestauchte Zuchtformen sind jedoch keineswegs so problemlos wie die gestreckten Varietäten: Sie benötigen auf jeden Fall sehr hochwertiges Futter, welches vor Verfütterung eingeweicht werden sollte; sie sind mehrmals am Tag mit geringen Mengen zu füttern. Eine Vermeidung von Trockenfutter und weitgehende Fütterung mit Lebend- und Forstfutter ist anzuraten; ebenso benötigen sie ausreichende Mengen pflanzlicher Nahrung (Wasserlinsen, Algen, überbrühter Salat usw.).

Man sollte sich die Anschaffung von Goldfischen gründich überlegen: zwar sind sie (mit Ausnahme der Hochzuchtformen) aufgrund ihrer Genügsamkeit auch bei Anfängern und Kindern geeignete Pfleglinge, aber ihrem Platzbedürfnis wird selten Rechnung getragen. Auch entbinden einen die "unkomplizierten" Goldfische nicht von der Pflicht, ausreichend Kenntnisse der Aquaristik zu beherrschen. Weiterhin sollte man bedenken, daß Goldfische sehr alt werden können, nicht jeder "Anfänger" möchte auch nach Jahrzehnten (als nunmehr "Fortgeschrittener") immer noch "nur" Goldfische pflegen.

Folgende oft verbreitete Ratschläge sind nach Erfahrung des Verfassers unzutreffend:
Goldfische brauchen eine kräftige Durchlüftung und besonders starke Filterung; Goldfische graben Pflanzen aus oder zerstören sie. Da sie gerne gründeln, ist grober Kies nötig.

Meine Erfahrungen sind dagegen:
Bei vernünftiger Besatzdichte (mind. drei Liter Wasser je cm Fisch; hilfreicher sind 50 bis 100 Liter Wasser pro Goldfisch) ist eine Durchlüftung entbehrlich, ganz "normale" Filterleistung reicht aus. Pflanzen werden nicht ausgegraben, sondern sind wichtiger Teil einer artgerechten Haltung; da Goldfische (je nach Alter und Zuchtform in unterschiedlicher Menge) pflanzlicher Nahrung bedürfen, sollte unbedingt pflanzliche Nahrung angeboten werden. Gerade weil Goldfische sehr gerne gründeln, ist feines Bodenmaterial sinnvoll und artgerecht; das aquaristische Mittel der Wahl ist für Goldfische Sand (Korngröße von 0,3 bis 0,8 mm).

Bilder: Anika Börries, www.prachtschmerle.de; Text: Nikolai Mette

 


Unterarten / Zuchtformen:

Silberkarausche C. auratus = Wildform des Goldfisches
Goldfisch C. auratus auratus
Durch Zucht verstärkte Goldfärbung, ansonsten dem Giebel noch sehr ähnlich, z.T. mit längeren Flossen
Eierfisch Eiförmiger Fisch mit kleinen Flossen und ohne Dorsale (§11b Tierschutzgesetz!)
Fächerschwanz  
Himmelsgucker Die Pupillen der kugelig hervortretenden Augen sind nach oben gerichtet. (§11b Tierschutzgesetz!)
Kometenschweif  
Löwenkopf Eierkopf mit blasenartigen Wucherungen am Kopf, die erst bei älteren Tieren auftritt (§11b Tierschutzgesetz!)
Oranda (§11b Tierschutzgesetz!)
Perlschupper  
Schleierschwanz Körper verkürzt und dick mit überdimensionalen Flossen
Shubunkin blau-weiß-schwarz-gold schimmernde schuppenlose Zuchtform
Teleskopfische Schleierschwanz mit kugelartig hervortretenden Augen

 

Weiterführende Literatur:

Steinle, C.-P.; Lechleiter, S. (2000), Goldfische für Gartenteich und Aquarium

Tönsmeier, D. (1989), Einheimische Fische im Aquarium

 

Weiterführende Links (extern!):

goldfische.kaltwasseraquaristik.de Aktion gegen Goldfische in Gläsern
www.shubunkin.de Arbeitskreis Kaltwasserfische und Fische der Subtropen

 


Diese Artbeschreibung wurde am 17.01.2007 aktualisiert. Die verwendeten Quellen sind in der Bibliographie aufgeführt. Bei Fragen melden Sie sich bitte im Forum. (Bitte die Art angeben!)

 

* Mitmachen!

Wenn Sie was zu den Statistiken (erreichtes Alter inzwischen verstorbener Exemplare oder den Preisen) beitragen möchten, können Sie sich hier eine Tabelle runterladen, die Sie dann bitte entsprechend ausgefüllt an mich zurückschicken oder Sie schicken mir einzelne Peise einfach per E-Mail direkt zu. Die ausgewerteten Daten in einer Übersichtstabelle kann bei mir erfragt werden. (In der Adresszeile "_at_" durch "@" ersetzen)

zurück
top
vorwärts

Soweit nicht anders gekennzeichnet, liegt das Urheberrecht seit 2001 für Texte und Graphiken bei Anika Börries. Verstöße werden verfolgt!
www.aboerri.es - www.zierfischverzeichnis.de - galerie.zierfischverzeichnis.de - links.zierfischverzeichnis.de - www.zfv-forum.de