Das Zierfischverzeichnis
 
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Campoma-Guppy / Endlers Guppy / Dovermolly

Poecilia wingei (2005)


Synonyme: Poecilioides reticulatus (Peters, 1859);
Lebistes reticulatus (Peters, 1859);
Haridichthys reticulatus (Peters, 1859);
Girardinus reticulatus (Peters, 1859);
Acanthophacelus reticulatus (Peters, 1859);
Poecilia reticulatus Peters, 1859;
Lebistes poeciloides De Filippi, 1861;
Lebistes poecilioides De Filippi, 1861;
Girardinus guppii Günther, 1866;
Acanthophacelus guppii (Günther, 1866);
Heterandria guppyi (Günther, 1866)

Stamm: Chordatiere (Chordata)
Klasse: Fische (Pisces)
Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Unterordnung: --
Familie: lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
Unterfamilie: Poeciliinae
Größe: 2 - 3 cm
Erreichbares Alter: --*
Geschlechts-
unterschied:
farbenprächtiges kleineres Männchen mit Gonopodium
Ersteinführung --
Futter: Allesfresser, Lebend- und Trockenfutter
Aquarium: min. 60 cm (ca. 54 - 63 l)
Beckenbereich: oben
Sozialverhalten: Gruppenhaltung (ab 5 Tiere)
Nachzucht: Lebendgebärend
Bemerkung: Kaum reinrassige Tiere im Handel erhältlich
Venezuela, Guyana, Trinidad, Barbados
Herkunft: Umgebung des "Laguna de los Patos", Cumaná im nordöstlichem Venezuela
Biotop: Ruhige Fließgewässer, teilweise sogar Brack- oder Abwässer.
Temperaturen: 20 - 28°C
pH-Wert: 6,00 - 8,50
Gesamthärte: dH bis 30°
Karbonathärte: --

Durchschnittliche Preise im Handel:
Preise im Ø von 1,80 € bis 3,80 € (bei 15 Einzelpreisen)*
(Zuchtform und Größe können sich auf den Preis auswirken, diese Angaben dienen nur als grobe Orientierung! In Einzelfällen (Wildfänge, bes. Zuchtformen etc.) können die Preise auch deutlich anders liegen!)

Auf Grund verschiedener Merkmale sind diese Guppys seit 2005 als eigene Art anerkannt. Zum einen sind die Endlers Guppys in ihren ursprünglichen Formen deutlich kleiner und kompakter als "normale" Guppys, zum anderen ist ihr Begattungsorgan anders aufgebaut, als bei P. reticulata und sie zeigen ein anderes Verhalten. Mehr dazu auf den unten aufgeführten Links.

Die oft beschriebene "typische" Zeichnung, die auch das hier abgebildete Tier zeigt, geht vermutlich auf die kleine Ausgangspopulation zurück, die 1975 zum ersten mal eingeführt wurde. Wolfgang Staeck beschreibt in seinem Reisebericht in der Datz 6/2004, daß er extrem unterschiedlich gefärbte Tiere und alle Zwischenstufen zwischen diesen Färbungen und Mustern in Cumaná entdecken konnte. Typisch für die Wildpopulationen sei zudem, daß die Flossen nicht verlängert waren.

Endler-MännchenDer Fundort weist extreme Lebensbedingungen auf. So ist in der Datz 6/2004 zu lesen, daß die Tiere in einem Abwasserbach bei Cumaná gefunden wurden, 400 m vom Meer entfernt, in dem eine Temperatur von 34°C, ein Leitwert von 960 - 1100, ein pH-Wert von 7,6 gemessen wurde.

Gefüttert werden diese Fische mit Trocken- und Lebendfutter, gelegentlich auch mit pflanzlicher Kost. Man sollte aber immer in kleinen Mengen und dafür mehr mals am Tag füttern, da die Tiere nicht so viel auf einmal verdauen können. Gleichzeitig zupfen sie ständig an Algen und Steinen und sammeln so Infusorien und junge Algentriebe.

Endlers Guppys sind lebendgebärend, bekommen also im Gegensatz zu den meisten anderen Fischen lebende Jungen, und tragen ihren Beinamen "Millionenfisch" nicht zu Unrecht, weil sie sehr vermehrungsfreudig sind. So kann ein Weibchen ca. alle 30 Tage knapp 20 Junge bekommen, selten mehr. Daher sollte man beim Besatz auf Beifische achten, die den Jungtieren nachstellen, denn oft findet man keinen Abnehmer für junge Guppys. Der Endler kreuzt zudem offenbar fruchtbar mit P. reticulata. Sie sollten also möglichst getrennt gehalten werden, um eine Hybridisierung zu vermeiden

Da dies in einem kleinen Aquarium leicht zu Inzucht und schließlich zu Degeneration führen kann, sollte man regelmäßig fremde Tiere aus anderen Zuchten oder Zuchtlinien dazusetzen, bzw. Tiere mit Degenerationserscheinungen aussondern, um zu verhindern, daß sie sich weiter fortpflanzen.

Wenn man gezielt züchten will, sollte man ein eigenes Zuchtbecken aufstellen, in dem man dann die Jungfische separat aufzieht, weil junge Guppys nicht nur für andere Fische eine gern gesehene Erweiterung des Speiseplans sind, sondern auch die Altfische den Jungen stark nachstellen. Wenn nicht, reicht es ein dichtbepflanztes Aquarium aufzustellen. Im Pflanzendickicht können sie so immer ein paar Jungtiere verstecken und erwachsen werden. Evtl. mehr als einem lieb ist.

Es sollten immer mehr Weibchen als Männchen gehalten werden, da die Männchen die Weibchen oft bedrängen und dies zu Streß bei den Weibchen führen kann.

Bilder: Manta

 


Unterarten / Zuchtformen:

Sehr viele Farbvarianten in der Natur anzutreffen (Datz 6/2004)

 

Weiterführende Literatur:

Jacobs, K. (1969), Die Lebend-Gebärenden Fische der Süssgewässer, ISBN: B0000BRRW1

Kempkes, M. (1996), Der Guppy, ISBN: 3800173301

Petzold, H.-G. (1990); Der Guppy, ISBN: 3894323302

Staeck, W. (2004): Endlers Guppy: Dichtung und Wahrheit; In: DATZ 06/2004, S. 14 -17

 

Weiterführende Links (extern!):

www.minifische.de/miniextern/PoecWing.html Abgrenzung von anderen Arten und Artdefinition
www.thekrib.com/Fish/p-endlers.html Unter anderem ein Brief von John Endler
www.diewasserwelt.de/endlersguppy1.htm Endler's Guppys - Welche sind die echten?
www.diewasserwelt.de/endlersguppy3.htm anatomische Unterschiede zum "normalen" Guppy
www.diewasserwelt.de/endlersguppy2.htm Vergleiche zwischen "echt" und "falsch"
www.dglz.de  

 

 


Diese Artbeschreibung wurde am 23.11.2006 aktualisiert. Die verwendeten Quellen sind in der Bibliographie aufgeführt. Bei Fragen melden Sie sich bitte im Forum. (Bitte die Art angeben!)

 

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